Entwässerung durch eine Drainage
Eine solide Entwässerung des Bodens ist der Schlüssel zu einem langlebigen und stabilen Bauwerk. Denn mit einer durchdachten Drainagelösung kann das Wasser effizient abgeleitet und dein Bauwerk effektiv vor Feuchtigkeitsschäden geschützt werden. Besonders in Regionen mit lehmigen Böden oder hohem Grundwasserstand ist eine durchdachte Drainagelösung unverzichtbar.
In diesem Ratgeber erfährst du, ob ein Drainagesystem für dein Bauvorhaben Sinn macht, welche Drainagemethoden es gibt und wie du dein Projekt erfolgreich umsetzt. Egal, ob du eine Terrasse, ein Gartenhaus oder ein größeres Bauwerk planst – mit der richtigen Technik bleibt dein Mauerwerk trocken und du bewahrst dein Eigenheim langfristig vor verhinderbaren Wasserschäden.
Inhalt
1. Warum Entwässerung bei deinem Bauprojekt eine Rolle spielt
2. Wann ist der Einsatz einer Drainage sinnvoll?
3. Verschiedene Drainagemethoden im Überblick
4. Benötigte Materialien beim Drainagebau
5. So installierst du eine Ringdrainage
6. Tipps damit du lange Freude mit der Drainage hast
7. Dein Partner für eine effiziente Drainage
Warum Entwässerung bei deinem Bauprojekt eine Rolle spielt
Die Entwässerung ist essenziell, um Wasser kontrolliert abzuleiten und langfristige Schäden am Bauwerk zu vermeiden. Besonders in Gebieten mit undurchlässigem Boden, wie Ton- oder Lehmböden, kann sich Wasser um dein zu Hause ansammeln, was die Stabilität deines Bauwerks gefährden kann.
Diese sogenannte Staunässe bahnt sich mit der Zeit den Weg in dein Eigenheim und kann dort zu Frostschäden führen, da sich das Wasser beim Gefrieren ausdehnt und so Risse im Mauerwerk oder Fundament begründet. Zudem steigt mit dem Eintritt von Wasser in das Mauerwerk das Risiko von Schimmelbildung und anderen Feuchtigkeitsschäden im Inneren des Gebäudes.

Wann ist der Einsatz einer Drainage sinnvoll?
Ob bei deinem Bauprojekt überhaupt eine Drainage für die Entwässerung benötigt wird, kannst du durch einen Versickerungstest selbst herausfinden. Dabei ermittelst du, wie viel Wasser der Boden in einer bestimmten Zeit aufnehmen kann. Dafür gräbst du ein Loch mit einem Durchmesser sowie einer Tiefe von 50 Zentimeter und bedeckst den Boden mit einer 2 Zentimeter dicken Kiesschicht. Gieße so lange Wasser in das Loch, bis es vom Boden nicht mehr aufgenommen werden kann. Setzt nun in der Höhe von 30 Zentimetern eine Markierung und fülle das Loch bis zu dieser mit Wasser an. Nach 10 Minuten nimmst du dir einen Messbecher und füllst das Loch abermals bis zur 30 Zentimeter Markierung mit Wasser. Um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten, solltest du diesen Vorgang mindestens 3-mal wiederholen. Hast du weniger als 1,5 Liter pro 10 Minuten nachgefüllt, ist der Boden aufgrund seiner Beschaffenheit kaum versickerungsfähig und der Einsatz einer Drainage ist ratsam.
Kaum Versickerungsfähigkeit
< 1,5 Liter pro 10 Minuten nachgefüllt
Drainage ratsam
Ausreichende Versickerungsfähigkeit
> 1,5 Liter pro 10 Minuten nachgefüllt
Drainage nicht unbedingt erforderlich
Optimale Versickerungsfähigkeit
> 3 Liter pro 10 Minuten nachgefüllt
Drainage nicht unbedingt erforderlich
Verschiedene Drainagemethoden im Überblick
Es gibt mehrere Drainagemethoden, die du anwenden kannst, um Wasser effektiv abzuleiten. Welche Lösung die richtige für dein Projekt ist, hängt von den vorherrschenden Bodenverhältnissen und der Beschaffenheit deines Eigenheimes ab:
- Ringdrainage: Diese Methode eignet sich besonders für Gebäude, deren Fundament tiefer als die umliegende Geländeoberfläche liegt. Drainagerohre werden rund um die Fundamentbasis verlegt und ringförmig miteinander verbunden, um Wasser gezielt abzuleiten. Die Rohre liegen in einem mit Kies gefüllten Graben im frostfreien Bereich.
- Flächendrainage: Diese Art ist ideal für großflächige Bauprojekte (>200m2) wie Einfahrten oder Terrassen. Hierbei wird ein leichtes Gefälle geschaffen, ein Filtervlies verlegt und darüber eine Sickerschicht aus Kies angelegt. Dadurch wird das Wasser zum Drainagerohrsystem geführt.
- Dränmatten / Drainagematten: Die Matten werden direkt an die Kellerwände angeklebt, wodurch ein Eindringen von Feuchtigkeit in das Mauerwerk verhindert wird. Dafür leitet eine typischerweise noppenartig aufgebaute Matte das anstehende Wasser in Dränrohre gezielt vom Bauwerk weg.
Benötigte Materialien beim Drainagebau
Die wohl wichtigste Komponente für den Bau eines Drainagesystems bilden die Drainagerohe, die im Regelfall aus Kunststoff bestehen. Als Ergänzung zu den Dränrohren musst du dir T-Stücke und Revisionsschächte besorgen, wobei die benötigte Stückzahl der Anzahl deiner Ecken entspricht. Zudem benötigst du grobkörnigen Kies und feinporiges Filtervlies.


So installierst du eine Ringdrainage
Damit die Entwässerung effektiv und zielführend ist, ist eine korrekte Umsetzung deines Drainagesystems besonders wichtig. Da beim Hausbau typischerweise auf eine Ringdrainage zurückgegriffen wird, leiten wir dich Schritt für Schritt durch die Installation einer solchen Anlage:
- Planung: Drainagerohre solltest du immer entlang der Grundmauern vom höchsten zum tiefsten Punkt in Richtung eines Sickerschachtes oder eines Kanalanschlusses verlegen. Das Gefälle sollte dabei mindestens 5 Zentimeter pro Meter betragen, damit das Wasser optimal ablaufen kann.
- Bodeneigenschaften analysieren: Bevor du die Drainage verlegst, solltest du die Bodenverhältnisse prüfen. Bei sehr undurchlässigen Böden kann eine zusätzliche Kiesschicht erforderlich sein.
- Gräben ausheben: Die Drainagegräben sollten eine Mindesttiefe von 50–80 Zentimeter haben. Jedenfalls muss die Oberkante das Dränrohres am Startpunkt 20-30 Zentimeter unter der Fundamentoberkante liegen.
- Vliesschicht verlegen: Als nächstes legst du ein Drainagevlies – auch bekannt als Filtervlies oder Geotextil - in deinen Graben. Dadurch wird einer Verstopfung deines Drainagesystems durch Erde oder ähnlichem vorgebeugt.
- Kies einfüllen: Nun wird der Graben mit einer 15 Zentimeter hohen Kiesschicht ausgekleidet, um die Wasseraufnahme zu verbessern. Am besten eignet sich dabei grobkörniger Kies, wobei die Standardkörnung 8/16 beträgt.
- Drainagerohre verlegen: Die Rohre werden auf das Kiesbett gelegt, wobei du an jedem Richtungswechsel und jeder Eckwendung, ein T-Stück und einen Revisionsschacht einplanen solltest. Durch den Schacht können die Rohrleitungen komfortabel gereinigt werden, wodurch eine effiziente Entwässerung gewährleistet wird.
- Mit Kies auffüllen und abdecken: Die Rohre werden schließlich mit Kies bedeckt, bis die Dämmplatten deiner Hauswand rund 50 Zentimeter hoch bedeckt sind. Dann wird die Vliesschicht geschlossen und mit Erde bedeckt.
Tipps damit du lange Freude mit der Drainage hast
- Erkundige dich vor dem Start deines Bauprojektes über behördliche Auflagen oder ob der Bau eines Drainagesystems genehmigungspflichtig ist.
- Achte bei der Installation deiner Drainage auf ein Gefälle von 1-2%, um einen kontinuierlichen Wasserfluss zu gewährleisten.
- Eine regelmäßige Wartung deiner Drainage durch eine Spülung der Rohre, entfernt Ablagerungen und verhindert so Verstopfungen.
- Die Verwendung hochwertiger Materialien verlängert die Lebensdauer deines Drainagesystems und im Weiteren deines Bauwerks, da Feuchtigkeitsschäden verhindert werden.
Dein Partner für eine effiziente Drainage
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