Gartenkalender
Ein gepflegter Garten ist nicht nur ein Ort der Entspannung, sondern auch dein eigenes kreatives Projekt, das über das Jahr hinweg Aufmerksamkeit und Planung erfordert. Unser Gartenkalender hilft dir, den Überblick zu behalten, damit du alle Arbeiten zum richtigen Zeitpunkt durchführst. Egal, ob du Gemüse anbauen, deinen Rasen pflegen oder deine Beete umgestalten möchtest – mit einem klaren Jahresplan bist du für dein Projekt Garten immer bestens vorbereitet.
Jänner – Neues Jahr, neue Pläne!
- Gartenplanung und -vorbereitung: Im Jänner kannst du Pläne für die kommende Saison schmieden. Überlege, welche Pflanzen du anbauen möchtest und welche Bereiche du in deinem Garten verändern oder verbessern möchtest.
- Obstbäume schneiden: An frostfreien Tagen kannst du dich um deine Obstbäume kümmern und sie zurückschneiden, damit die Bäume im Frühling wieder stärker treiben. Achte auf einen glatten Schnitt, damit der Baum die Wunde schnell schließen kann.
- Sprossen und Microgreens: Im Jänner findest du nicht unbedingt vitaminreiches Gemüse im eigenen Garten. Du musst aber nicht auf frische und selbst gezüchtete Vitamine verzichten. Keimsprossen und Mircogreens eignen sich perfekt für das Ziehen auf dem Fensterbrett. In nur wenigen Tagen kannst du frische Kresse und Microgreens in verschiedenen Geschmacksrichtungen ernten.
- Winterpflege für Pflanzen: Achte auf deine Zimmerpflanzen und überwinternde Pflanzen. Gieße sie nur sparsam und sorge für ausreichend Licht. Achte auch auf Schädlinge, die sich in der Winterruhe verstecken könnten.
Februar – Auf die Pflänzchen, fertig, los!
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Saatgutkontrolle: Überprüfe, ob dein Saatgut in Ordnung und noch keimfähig ist. Falls du neues brauchst oder dich an neuen Pflanzen versuchen möchtest, besorge dir rechtzeitig dein Saatgut.
🌱Tipp: Besorge dir samenfestes Saatgut, dann kannst du fürs nächste Jahr selbst Samen abnehmen.
- Vorkultur starten: Im Februar kannst du schon mit der Aussaat von wärmeliebenden Pflanzen wie Tomaten, Paprika, Melanzani, Salat und Kohlrabi beginnen. Ziehe das Saatgut am besten in Aussaatschalen auf dem Fensterbrett vor. Die Jungpflanzen kannst du dann später draußen in die Erde setzen.
- Boden vorbereiten: Jetzt kannst du schon deine Gemüse- und Hochbeete für die Aussaat vorbereiten. Lockere die Erde, entferne das Unkraut und bringe Kompost auf die Beete auf.
März – Startschuss für die Gartensaison!
- Vorkultur fortsetzen: Bereite weiter Pflänzchen für die Beete vor. Im März eigenen sich für die Vorkultur beispielsweise Salatgurke, Brokkoli, Rosenkohl und Weißkohl.
- Direktaussaat: In die vorbereiteten und gelockerten Beete kannst du schon robuste Pflanzen direkt aussäen. Am besten eignen sich Karotten, Radieschen, Zwiebel, Spinat und Pflücksalat.
- Laub entfernen: Um Schnecken vorzubeugen, ist es wichtig, dass du noch das restliche Winterlaub von deinen Beeten entfernst.
- Düngen: Versorge deine Beete mit ausreichend Kompost oder Dünger, damit sie später den Pflanzen genug Nährstoffe für ihr Wachstum liefern können.
April – volle Kraft voraus!
- Vorkultur fortsetzen: Jetzt kannst du mit der Vorkultur von Zucchini, Kürbis, Melone und Chinakohl beginnen. Falls du deine Tomaten oder Paprika in Aussaatschalen gesät hast, kannst du die jungen Pflänzchen pikieren. Setze die kleinen Pflanzen einzeln in kleine Töpfe, damit sich die Blätter richtig entfalten können.
- Einpflanzen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, einige deiner vorgezogenen, robusten Pflänzchen ins Freiland zu setzen.
- Schutz: Gerade junge Pflanzen sind sehr gefährdet von Schädlingen und Vögeln. Schütze deine Pflänzchen am besten mit einem engmaschigen Gemüseschutznetz. Achte auch darauf, dass sich Schnecken nicht über deine Pflanzen hermachen.
- Rasen: Falls dein Rasen durch einen harten Winter oder durch starke Abnutzung in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist jetzt die richtige Zeit, deinen Rasen nachzusäen. Mähe den Rasen rundherum möglichst kurz ab und säe den Rasensamen am besten bei einer feuchtwarmen Witterung.
Mai – Alles wächst und gedeiht!
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Pflanzen setzen: Nach den Eisheiligen Mitte Mai kannst du bedenkenlos alle vorgezogenen Pflänzchen nach draußen setzen.
TIPP: Für einen möglichst schonenden Umzug nach draußen, kannst du deine Pflanzen vorher in den Anzuchtgefäßen täglich ein paar Stunden in die Sonne stellen.
- Direktsaat: Jetzt kannst du auch empfindlichere Sorten, wie Zucchini, Kürbis und verschiedene Kräuter direkt aussäen.
- Pflege: Befreie deine Beete regelmäßig von Unkraut, um deinen Pflanzen das Wachstum zu erleichtern. Gieße regelmäßig deine Beete, aber verursache keine Staunässe.
- Frühgemüse ernten: Wenn du im März schon Pflanzen direkt in deine Beete ausgesät hast, kannst du jetzt schon die erst Ernte einfahren. Radieschen, Salat und Spinat sind jetzt zum Beispiel schon reif zum Verzehr.
Juni – Die Hochsaison beginnt!
- Tomaten ausgeizen: Wenn du viele Tomaten ernten möchtest, musst du die sogenannten Geiztriebe regelmäßig entfernen. Das bedeutet, dass du die Seitentriebe, die sich zwischen Stängel und Blattansätzen bilden, einfach abbrichst. So kann die Tomatenpflanze ihre volle Kraft in die Bildung der Früchte stecken.
- Boden lockern: Lockere zwischen deinen Pflanzen regelmäßig die Erde. So machst du dem Unkraut das Leben schwer und die Erde kann besser Wasser aufnehmen.
- Gießen: Während der warmen Sommermonate benötigen deine Pflanzen mehr Wasser – vergiss also bitte nicht, sie regelmäßig zu gießen. Am besten versorgst du deine Beete in den kühleren Abendstunden mit Wasser, damit möglichst wenig Wasser verdunstet.
- Düngen: Tomaten und Kohl sind Starkzehrer und benötigen im Juni besonders viele Nährstoffe. Starkzehrer vertragen also nochmal einen Düngeschub, um besonders gut zu gedeihen.
- Anhäufeln: Sobald die Pflanzen etwa 10 bis 20 cm hoch sind, kannst du rundherum gelockerte Erde anhäufeln. Dadurch werden die Pflanzen kräftiger und entwickeln mehr Seitenwurzeln. Mit den Seitenwurzeln können sie besonders viel Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Ideal ist das Anhäufeln bei Kartoffeln, Tomaten, Kohl und Erbsen. Es regt die Knollenbildung an und erhöht den Ertrag.
Juli – Erntezeit!
- Ernte von Sommergemüse: Im Juli ist die Zeit reif für Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika und frische Kräuter wie Basilikum oder Petersilie. Achte darauf, reifes Gemüse regelmäßig zu ernten, um die Pflanzen zu entlasten und neue Früchte zu fördern.
- Hacken: Lockere die oberste Bodenschicht mit einer Hacke, damit der Boden die Feuchtigkeit leichter speichern kann. Auch wenn es eine schweißtreibende Arbeit ist, lohnt sie sich wirklich!
- Zwiebelernte: Ziehe die Zwiebeln aus der Erde, sobald das Laub gelb wird und abzusterben beginnt. Lasse sie an einem sonnigen Ort trocknen, bevor du sie einlagerst.
- Achtung Sonnenbrand: Schütze empfindliche Pflanzen wie Tomaten oder Gurken mit einem Schattierungsnetz oder platziere sie an halbschattigen Standorten, um Verbrennungen durch die starke Sommersonne zu vermeiden.
August – Pflege und Vorbereitung!
- Obsternte: Pflücke Äpfel, Birnen und Zwetschken, bevor sie überreif werden. Lagere die Früchte an einem kühlen, trockenen Ort oder verarbeite das frische Obst gleich und mach es haltbar für den Winter. Auch verschiedene Beerenarten sind jetzt für die Ernte bereit.
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Herbstbeet anlegen: Setze Feldsalat, Spinat oder Asiasalat für eine späte Ernte. Arbeite vorher etwas Kompost in den Boden ein. Auch für die Herbstsaat von Zwiebeln ist jetzt der richtige Zeitpunkt.
🌱Tipp: Achte darauf, dass deine Pflanzen auch gut versorgt werden, falls du in den Urlaub fährst. Bitte Freunde oder Nachbarn dir deine Beete zu gießen oder installiere vorher ein automatisches Bewässerungssystem.
September – Der Herbst zieht ein!
- Ernte von spätem Gemüse: Im September kannst du noch Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika und Kräuter ernten. Auch Kürbisse und Kartoffeln sind jetzt erntereif.
- Überschuss einlagern: Lagere dein überschüssiges Gemüse für den späteren Verzehr ein. Hierzu eignet sich der Keller optimal. Natürlich kannst du das Gemüse auch verarbeiten und konservieren.
- Direktsaat: Sichere dir auch für die kühleren Monate deine Vitamine und säe noch schnell wachsende Radieschen, Feldsalat, Mangold, Pflücksalat, Endivie oder Spinat direkt ins Beet aus.
- Beet Vorbereitung: Entferne abgeerntete Pflanzen, Unkraut und welke Blätter. Lockere den Boden auf und arbeite Kompost ein. Dadurch verbesserst du die Bodenstruktur und die Erde liefert im nächsten Jahr viele Nährstoffe.
Oktober – Vorbereitung auf den Winter!
- Letzte Gemüseernte: Kohl, Grünkohl, Rote Bete und Karotten kannst du jetzt noch ernten. Achte darauf, die Ernte vor dem ersten Frost abzuschließen, um Verluste zu vermeiden.
- Beet Pflege: Entferne Pflanzenreste aus den Beeten und kompostiere sie. Verteile eine Mulchschicht aus Laub oder Stroh, um den Boden vor Erosion und Kälte zu schützen.
- Neue Beete anlegen: Du möchtest neue Beete anlegen oder deinen Garten umgestalten? Dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Suche den Standort für dein neues Beet aus, entferne die Grasnarbe und bearbeite die Erde, damit sie für die Bepflanzung im Frühjahr bereit ist.
- Wasser abdrehen: Vergiss nicht, das Wasser im Garten abzudrehen, bevor es gefriert. Befreie alle Wasserzuläufe und Schläuche gründlich vom Restwasser.
November – Garten zur Ruhe bringen!
- Vogelhäuschen aufstellen: Ein Vogelhäuschen ist nicht nur ein schönes Dekoelement in deinem Garten, sondern auch eine wichtige Futterstelle für Vögel. Mit Sonnenblumenkernen oder Meisenknödel unterstützt du die Vögel bei der Nahrungssuche.
- Obstbäume: Der November eignet sich perfekt, wenn du in deinem Garten neue Obstbäume oder Sträucher mit Wurzelballen pflanzen möchtest. Der Boden ist noch warm genug, damit die Pflanzen gut anwurzeln können.
- Laub rechen: Achte darauf, dass du das Laub regelmäßig vom Rasen und den Beeten entfernst. Nasses Laub kann nicht nur rutschig sein, sondern fördert auch bei Staunässe die Schimmelbildung. Bilde einfach in deinem Garten einen Laubhaufen, welcher auch als Winterquartier für Nützlinge dient.
- Einwintern: Schütze deine Stauden wie Lavendel oder Salbei mit einer Mulchschicht aus Kompost oder Stroh oder mit Vlies, um sie vor Frostschäden zu bewahren.
Dezember – Die Winterruhe tritt ein!
- Wintergemüse: Falls du noch Feld-, Pflück- oder Endiviensalat ernten kannst, halte die Beete unkrautfrei und schütze sie vor starkem Frost mit einem Vlies.
- Gartenpflege pausieren: Im Dezember ruhen die meisten Gartenarbeiten. Nimm dir Zeit, deine Werkzeuge zu überprüfen und vorzubereiten, aber auch um dich von der Gartenarbeit zu erholen.
- Vitamine vom Fensterbrett: Auf deinem Fensterbrett kannst du wieder mit dem Anbau von Microgreens, Kresse und Kräutern beginnen. So versorgst du dich auch den Winter über mit gesunden Vitaminen.
- Dekoideen: Im Dezember kannst du perfekt Gartenmaterialien wie Zweige, Tannenzapfen und Beeren für weihnachtliche und winterliche Deko sammeln.
Dein Gartenjahr im Einklang mit der Natur
Mit einem gut durchdachten Gartenkalender gehst du optimal durch das Jahr und nutzt jede Jahreszeit sinnvoll für die Pflege, Aussaat und Ernte in deinem Garten. Jeder Monat bringt neue Aufgaben und Chancen, deinen Garten noch schöner und ertragreicher zu gestalten. Ob du dich an der ersten Aussaat im Frühling erfreust, im Sommer stolz deine Ernte einfährst oder im Herbst und Winter für das nächste Gartenjahr vorsorgst – mit der richtigen Planung wird dein Garten zu einem lebendigen, vielfältigen und ertragreichen Rückzugsort.
Lass dich von den Jahreszeiten inspirieren, genieße die Arbeit an der frischen Luft und erlebe, wie dein Garten mit jedem Monat wächst und gedeiht. Und das Beste daran? Dein Garten belohnt dich mit frischen Lebensmitteln, blühender Pracht und einem Platz zum Entspannen.
Viel Freude beim Gärtnern und ein erfolgreiches Gartenjahr!