Bodenarbeiten
Der reale Start deines Hausbaus beginnt nicht erst mit dem ersten Mauerstein, sondern bereits mit soliden Erdarbeiten. Sie sind weit mehr als nur das Ausheben einer Grube – sie sind die Basis für Stabilität, Langlebigkeit und Funktionalität deines Gebäudes.
In diesem Ratgeber findest du heraus, was du vor und beim Baugrubenaushub beachten musst, welche Bodenarbeiten unbedingt erforderlich sind und wo du sparen kannst, ohne Abstriche bei der Qualität machen zu müssen.
Inhalt
1. Baugrunduntersuchung als Basis für eine stabile Konstruktion
2. Baugrubenaushub als Grundlage für dein Fundament
3. Der Baugruben-Aushub als wertvolles Gut
4. Notwendige Bodenarbeiten als Basis für dein zu Hause
5. Elektrische Erdung als Sicherheit von Anfang an
6. Erdarbeit-Kosten als Investition in deine Zukunft
7. Wage dich an deine Baugrube
Baugrunduntersuchung als Basis für eine stabile Konstruktion
Bevor der erste Spatenstich erfolgt, solltest du eine Baugrunduntersuchung durchführen lassen. Diese zeigt dir, wie tragfähig der Boden ist und ob du mit Wasserproblemen rechnen musst. Dafür werden verschiedene Faktoren geprüft, die für die Stabilität des Fundaments entscheidend sind. Dazu gehören die Bodenart und Tragfähigkeit, der Grundwasserstand sowie die Versickerungsfähigkeit des Bodens. Diese Analyse gibt Aufschluss darüber, ob zusätzliche Maßnahmen zur Bodenverbesserung erforderlich sind und kostet im Regelfall zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Auf diese Analyse solltest du aber auf keinen Fall verzichten, da sie dir langfristig hohe Sanierungskosten ersparen kann. Eine schlechte Bodenbeschaffenheit kann so etwa später zu teuren Setzungsschäden führen, wobei sich die Reparatur dieser auf ein Vielfaches der Analysekosten belaufen würde.
Keine Sorge, falls das Ergebnis des Bodengutachtens nicht deinen Wunsch eines sofortigen Baustarts zulässt und zusätzliche Maßnahmen zur Bodenverbesserung verlangt. Verfügt dein Boden so etwa nicht über die benötigte Tragfähigkeit, kann das im Regelfall ganz einfach mit dem Bau einer Drainage oder der Zugabe von unterschiedlichen Bindungsmitteln behoben werden.
Baugrubenaushub als Grundlage für dein Fundament
Nachdem die Baugrunduntersuchung abgeschlossen ist, erfolgt der eigentliche Aushub der Baugrube. Dabei wird der Boden bis auf die für das Bauvorhaben erforderliche Tiefe sowie Breite entfernt, um Platz für das Fundament und, wenn geplant, die Kellerkonstruktion zu schaffen. Dabei ist es wichtig, die Baugrube ausreichend zu sichern, was durch umfangreiche Absperrungen in vielen Fällen bereits ausreicht. Bei einem hohen Grundwasserstand, schwierigen Bodenverhältnissen oder einem begrenzten Platzangebot, kann der Einsatz von Spundwänden notwendig werden. Die eigentlichen Aushubarbeiten passieren schließlich mit Baumaschinen, die du aber je nach Affinität auch in Eigenregie bedienen kannst und so Kosten beim Personal einsparen kannst. Abhängig davon, wieviel du schließlich selbst erledigst, aber auch von der Bodenbeschaffenheit belaufen sich die Aushub-Kosten auf 30 bis 80 Euro pro Kubikmeter.


Der Baugruben-Aushub als wertvolles Gut
Wie tief deine Baugrube ausgehoben werden muss, hängt davon ab, ob du für dein Bauwerk einen Keller geplant hast. Der wertvolle Hummus, bekannt als Mutterboden, muss aber in jedem Fall abgetragen werden. Er macht die obersten 20-30 Zentimeter aus und ist für das Errichten deines Eigenheimes aufgrund der geringen Tragfähigkeit nicht geeignet. Dennoch sollte er nicht entsorgt werden, da er über einen hohen Nährstoffgehalt verfügt und so die ideale Grundlage für deinen zukünftigen Garten bietet.
Sind die Bauarbeiten im Untergrund abgeschlossen, wird die Baugrube mit dem weniger wertvollen Aushub wieder aufgefüllt. Das restliche Bodenmaterial muss fachgerecht entsorgt werden, wobei je nach Bodenart und -menge unterschiedlich hohe Entsorgungskosten anfallen. Die Entsorgungskosten liegen dabei durchschnittlich zwischen 10 und 50 Euro pro Kubikmeter.
Notwendige Bodenarbeiten als Basis für dein zu Hause
Bevor jedoch die Baugrube wieder geschlossen und der Aushub abtransportiert werden kann, musst du noch einige weitere Arbeiten unter der Erdoberfläche erledigen. Dazu zählt die Realisierung eines stabilen Fundaments samt Vorbereitung und wenn vorgesehen der Kellerbau. In diesem Zuge wird auch das Drainagensystem installiert, dass dein Bauwerk vor Feuchtigkeitsschäden schützt. Mehr über diesen Arbeitsschritt, kannst du in unserem Ratgeber über die Entwässerung durch eine Drainage lesen.
Damit du später erneute Grabungen vermeiden kannst, empfiehlt es sich, bereits jetzt Künetten oder Schächte für deine Ver- und Entsorgungsleitungen zu graben. Dazu zählen etwa Wasserversorgung, Kanalisation, Elektrik, Telefonleitungen und wenn benötigt Fernwärme oder Gas. Die Gräben müssen tief genug sein, damit die Leitungen vor oberirdischen Umwelteinflüssen geschützt sind. So kannst du etwa Frostsicherheit garantieren, wenn du deine Rohre in einer Mindesttiefe von 80 Zentimetern verlegst, wobei Kies und Sand rund um die Leitungen zusätzlichen Schutz gewährleisten.
Elektrische Erdung als Sicherheit von Anfang an
Die Erdung des Hauses gehört zu den weniger bekannten, aber nicht weniger wichtigen Erdarbeiten. Hierbei wird typischerweise ein Fundamenterder gegen elektrischen Schlag verlegt. Der Fundamenterder wird als geschlossener Ring direkt in das Fundament eingelegt und mit einer Betonabdeckung von mindestens 5 Zentimetern umschlossen, damit er gegen Korrosion geschützt ist. In Ausnahmefällen, wie beim Verbau einer weißen Wanne, kann der Einsatz eines Ringerders notwendig werden. Dieser wird ebenso als geschlossener Ring um das Gebäude herum verlegt.
Erdarbeit-Kosten als Investition in deine Zukunft
Die Kosten für die Bodenarbeiten beim Hausbau belaufen sich in den meisten Fällen auf 20.000 bis 30.000 Euro, wobei dies natürlich nur ein Richtwert ist und es keine allgemein gültige Preisspanne gibt. Dennoch ist der Startschuss deines Bauprojekts kein billiges Unterfangen, wobei du aber in einigen Punkten durchaus Einsparungen treffen kannst, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen:
- Mehrere Angebote einholen: Die Preise für Erdarbeiten variieren je nach Region und Anbieter stark. Es lohnt sich, wenn du verschiedene Angebote einholst und gezielt nach Rabatten fragst.
- Aushubmaterial wiederverwenden: Statt teure Entsorgungsgebühren zu zahlen, kannst du deinen Erdaushub für andere Projekte wie Gartenmodellierungen oder als Füllmaterial nutzen.
- Eigenleistung erbringen: Viele vorbereitende Arbeiten wie das Entfernen der Vegetation oder kleinere Grabungen kannst du selbst übernehmen und so die Kosten für Professionisten reduzieren.
- Maschinen effizient nutzen: Bagger, Walzen und andere Maschinen solltest du möglichst gebündelt und zeitlich optimiert einsetzen, um Mietkosten zu minimieren.
- Material gemeinsam bestellen: Falls Nachbarn oder andere Bauherren in der Umgebung ähnliche Arbeiten planen, kann eine Sammelbestellung für Schotter, Kies oder Drainagematerial Ersparnisse durch Mengenrabatte bringen.
Wage dich an deine Baugrube
Erdarbeiten sind die unsichtbare, aber essenzielle Basis deines Hausbaus. Von der Baugrunduntersuchung über den Aushub bis zur Verlegung von Leitungen, stehen wir dir mit hochwertigen Produkten und Rat zur Seite. Starte jetzt dein Bauprojekt mit dem Aushub deiner Baugrube!